Vierte Woche

 

Der vierte Anlauf brachte uns endlich das langersehnte Publikum ein, auch wenn wir es letztendlich nicht richtig zu würdigen wußten, da wir etwas überfordert damit waren. Eigentlich wollten wir uns gar nicht erst richtig niederlassen, da wir vorhatten, zu einem Baggersee in der Nähe von Reutlingen weiterzuziehen. Aus diesem Grund hatten wir nicht alles ausgepackt, so wie wir es die Male davor getan hatten. Hinzu kam noch, daß eine größere Anzahl von Mitgliedern zwangsweise eine Grüppchenbildung zur Folge hat. Während sich Daniela mit einem Teppich in Koljas Kofferraum zurückgezogen hatte, um von dort aus alles zu beobachten, unterhielten sich Karen und Dani auf dem Parkplatzboden mit Andy und Kolja. Hinter den vieren spielten sich heftige Diskussionen über lateinische Verben sowie Kinderbücher von Michael Ende und anderen zwischen Anna, zwei neu dazugekommen Mädchen, deren Namen ich mir leider nicht merken konnte und Karen und meinem Lieblingsfreund Christian ab. Christian ist ein Typ, der einen in der Disco anlabert und manchmal nett ist, einen aber des öfteren als blöd dastellt, wenn er erst einmal mit seinen hochphilosophischen Themen begonnen hat. Dazu sollte ich erwähnen, daß eben nicht jeder gerne in der Disco rumphilosophiert. Alex war am Anfang mit Simone, Sven und Ralf verschwunden. Aus diesem Grund kann ich nichts Näheres über deren Verhalten beim Frühstück erzählen. Stefan war hingegen mit der Wasserversorgung beschäftigt und gesellte sich erst gegen später, als alle ihre heißen Getränke hatten, zu uns. Um 7 Uhr morgens entdeckten wir ein weiteres neues Mitglied, welches sich bisher immer im Hintergrund aufgehalten hatte. Hierbei handelte es sich um Jochen, einen 31jährigen Familienvater. Er sorgte dem Ende zu noch so richtig für Stimmung, indem er uns von seinen Konzerterfahrungen berichtete. Jochen schwärmte regelrecht vom Stagediving und wie er aufgefangen und bis ganz nach hinten transportiert wurde. Als ein etwa 120 kg schwer Typ ihm das nachmachen wollte und bereits auf der Bühne abmoschte, versuchte Jochen verzweifelt weiter nach hinten zu drängeln, da ihm bereits klar war, was kommen würde. Der Typ nahm schreiend Anlauf und stürzte sich in die Menge. Dann geschah das unglaubliche bzw. auch vorhersehbare: die Menge teilte sich wie das rote Meer für Moses und der Typ landete knallhart auf dem Boden. Mit Unterhaltungen über gewisse Horrorfilme, Bücher und Bands endete das Frühstücksfest so langsam um 7.30 Uhr.

 
 
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Last Update: 14.09.2000
Comments & suggestions to: Stefan Krahl.
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